Vor fünf Monaten habe ich mir Fragen zum Engagement im #Fediverse gestellt und ich stelle fest, dass es eigentlich immer noch die selben sind. Auch die Beobachtung über die Diskussionskultur gilt so immer noch, vielleicht hat es sich noch weiter auf die schlechte Seite entwickelt. Nun, ich werde wahrscheinlich etwas kürzer treten und beobachten und dann irgend wann man entscheiden, wie es weiter gehen soll.
Einmal mehr die alten Fragen
Es sind jetzt dann gleich zehn Jahre, dass ich mit eigenen Instanzen im #Fediverse bin und wieder einmal kommt die Frage auf, wozu ich das eigentlich tue und ob es wirklich Sinn macht, noch weitere Jahre anzufügen.
Immer wieder – und in letzter Zeit wieder häufiger merke ich, was sich in diesen Jahren alles verändert hat – wirklich nicht alles zum Guten.
Gut und immer noch interessant finde ich, wie viele Leute sich noch immer für die Programmierung für Software für das #Fediverse total engagieren und man als Admin immer wieder Updates einspielen kann. Dieses Idealismus finde ich schon bemerkenswert und ein wirklich grosses Plus dieses dezentralen Netzwerks.
Weniger gut finde ich die Entwicklung der Diskussionskultur, da scheinen die alten Muster der Kommerziellen nun definitiv rüber geschwappt zu sein. Immer öfters muss ich Dialoge abbrechen, die Stummschaltung oder sogar die Blockfunktion benutzen. Sehr oft geht ein wirklich er Austausch von Meinungen nicht mehr, es wird sehr schnell diffamiert und beleidigt. Auch wenig erfreulich wird, wenn „Gespräche“ schnell verstummen und keine Antwort mehr kommt. Man könnte ja kommunizieren, dass man an der Unterhaltung kein Interesse mehr hat und so das Ganze ordentlich beenden. Aber wenn man einfach hängen gelassen wird, ist das einfach Frust. Auch besonderes dann, wenn man auf eine Frage antwortet, aber keine Reaktion erfolgt.
Tja, ich habe gerade noch keine Lösung und auch keine Entscheidung – lassen wir es vorerst laufen.
Die Zeit vergeht
Wieder einmal kommen die Gedanken, was ich denn nun nach bald 10 Jahren #Fediverse auf diesem Sozialen Netzwerk noch soll. Habe ich denn nun nicht alles gesehen und alles gelesen? Wiederholt sich das Ganze nicht einfach immer und immer wieder? Spielen nicht die selben Abläufe von Provokation und Gegenprovokation, aber auch von Projektionen?
Alles gute Fragen und vielleicht sollte ich mir wirklich die Zeit nehmen, das alles gründlich zu überlegen. Die technischen Herausforderungen sind ganz klar aber immer noch vorhanden – „dank“ ihnen bin ich eigentlich so engagiert, das heisst mit so vielen Instanzen, im #Fediverse vertreten.
Tja, dem alten Sprichwort von „kommt Zeit, kommt Rat“ muss ich wohl seinen Platz lassen und sehen, was die weitere Zeit so bringt.
Türchen am 24. Dezember
Weihnachten ist auch ein Fest des Lichtes und der Lichter. Die Kerzen am Weihnachtsbaum und die Beleuchtung an den Häusern und den Strassenlampen zeigen das sehr deutlich.
Lichterfeste sind in unserer Gegend ein uralter Brauch – älter, als das christlich Weihnachtsfest. Das Bedürfnis in der Zeit der kurzen Tag und der langen Nächte ein solches Fest zu feiern, gehört offensichtlich zu uns Menschen, mindestens hier in Europa und Amerika. Dazu müssen wir uns klar sein, dass vor mehr als 2000 Jahren die Nächte wirklich finster waren, in der Zeit, als es noch kein elektrisches Licht gab. Höchstens eine Fackel brachte einen Lichtschimmer.
Also ist ein Lichterfest ganz klar ein Gegenüber der finsteren Nacht.
Das Bild der Nacht ist auch ein Bild der Bedrohung. Das Dunkle, das Düstere und die Nacht ist auch ein Sinnbild für die Schattenseiten im Leben.
Wie erdrückend erleben Menschen manchmal die Nacht, in der man nicht schlafen kann, in dem einem viele Fragen durch den Kopf gehen und man zu grübeln beginnt. Es plagen einem vielleicht auch Sorgen und man wälzt sich im Bett hin und her und findet keinen Schlaf. Die Dunkelheit legt sich wie ein Druck auf einem und man muss Licht machen und aufstehen.
Auf der Schattenseite stehen zu müssen ist die Erfahrung von vielen Menschen, nicht nur im Moment, sondern auch als Dauererfahrung.
Darum ist es leicht zu verstehen, dass viele Menschen diese Sehnsucht nach dem Licht empfinden. Es gibt viele Antworten auf diese Sehnsucht: Religionen, Philosophie, Parteien, Ideologien…
Wir reden an Weihnachten davon, dass das Licht durch die Geburt in Bethlehem zu allen Menschen gekommen sei. Die stille und heilige Nacht ist mehr als nur ein Wetterleuchten und mehr als nur ein Silberstreifen am Horizont. Es ist eher ein Stück Sonnenaufgang.
Darum wünschen wir uns an Weihnachten auch für das nächste Jahr hin und wieder ein Lichtblick in irgend einer Form, besonders dann, wenn wir uns gerade in einer finsteren Phase unseres Lebens befinden. Die Weihnachtsgeschichte sagt, dass solche Lichtblicke immer wieder ereignen, auch in der finstersten Nacht. Manchmal braucht es ein wenig Mut und Vertrauen, dem Licht nachzugehen und sich auf den Weg zu machten.
Oder wie Sprichwort sagt:
Es ist besser,
eine Kerze anzuzünden,
als über die Finsternis zu klagen.
Unterschiede der Programme
Für das #Fediverse gibts zwei bekannte Programme (Plattformen), um auch Blogs im dezentralen Netzwerk vernetzen zu können. So können sie auch von anderen Plattformen gelesen werden. Das eine ist #WordPress (auf dem dieser Eintrag gerade geschrieben wird). Hier muss noch ein Plugin für das Austauschprotokoll #ActivityPub installiert werden. Das andere Programm ist #Writefreely, das eine viel schlichteren Oberfläche aufweist (Link).
Die Frage kommt dann ganz schnell auf, was denn nun die Unterschiede dieser beiden Programme sei.
Mir fallen zwei grosse Unterschiede auf:
1. Die Editoren unterscheiden sich völlig. In WordPress ist es ein eigener Editor mit der Möglichkeit von Auszeichnungen (fett, kursiv, Zitate etc.) über das Menu über dem Textfeld. In Writefreely wird Markdown für die Auszeichnungen und die Formatierung verwendet. Beim Schreiben gibts keine Knöpfe dafür, so muss man die Regeln dieser Codierung kennen, um die entsprechenden Resultate zu bekommen.
2. In WordPress werden Kommentare, die auf via ActivityPub veröffentlichten Beiträge aus dem Fediverse eingehen, unten am Beitrag dargestellt. In Writefreely ist das nicht der Fall, hier wird die Kommentarfunktion nicht unterstützt. Bei der Wahl des Programms muss man sich also zunächst die Grundsatzfrage stellen, ob denn Kommentare auf die Blogbeiträge gewünscht sind oder nicht.
Bestimmt gibt es weitere Unterschiede, die zwei wichtigsten meine ich aber, gefunden zu haben. Da ich diesen Beitrag in WordPress geschrieben haben, sind auch Kommentare möglich.
Föderationstest
Das ist ein Test, geschrieben auf einer WordPress Instanz, verbunden über #ActivityPub ins #Fediverse.
Dieser Post sollte jetzt in der Timeline erscheinen. Getestet wird aber v.a. die Kommentarfunktion.
Sich wirklich treiben lassen?
Gestern hat mich ein Artikel im #Fediverse wieder einmal sehr nachdenklich gemacht und mich fragen lassen, was ich denn hier überhaupt tue oder lasse. Über die eigentliche Technik hinaus, müsste das ganze Projekt „Soziale Netzwerke“ nicht doch noch ein Ziel haben?
Ja, zu oft sind es Wortmeldungen, wo man ich mich über irgend etwas (meistens winzig kleines Detail) aufrege und das #Fediverse so quasi als Müllhalde für den eigenen Ärger missbrauche. Zwar wird es öfters auch von anderen unter „rant“ versteckt, aber trotzdem geschrieben.
Nein, das sollte ja eigentlich so nicht sein. Klar weiss ich von denen, die mir folgen und denen ich folge, dass sie sehr oft sehr ähnlich denken und dann so meistens bei meiner Frust-Ablage noch Zustimmung bekomme. Läuft das auch so im sogenannten Small-Talk? Vielleicht. Aber auf Dauer ist das ja eigentlich kein wirkliches Konzept. Darum muss ich jetzt wohl ein bisschen in mich gehen.
Instanzen mit verschiedener Software testen
Unterdessen hätte ich wahrscheinlich genügend Erfahrung, die verschiedenen Softwarepakete zu vergleichen, die ich auf unterschiedlichen Servern im #Fediverse betreibe und auch aktuell halte. Die Hauptinstanz ist weiterhin durch #Pleroma realisiert. Alle sind Allein-Instanzen, also neben dem Administrator gibt es keine weiteren User, die sich da einmal einen Account erstellt hätten. Es ist auch gar nicht möglich, weil das über die Einstellungen unterbunden ist.
Mal sehen, ob ich dazu komme, so einen Vergleich zu erstellen. Klar ist, dass jede ihre Eigenheiten hat, Vorteile bietet und auch Nachteile enthält. Erstaunlich ist eher die Tatsache, dass es so viele Freiwillige im #Fediverse gibt, die ihre Software zur Verfügung stellen. Neben den 7 aufgezählten gibt es ja noch weitere – das #Fediverse als Universum… immer wieder.
Etwas ruhiger nehmen
Zur Zeit bin ich wieder einmal etwas weniger im #Fediverse unterwegs und das hat verschiedene Gründe.
Einmal gibt es im „normalen Leben“ genügend Felder, auf denen ich tätig sein muss oder sein will und wozu es auch Zeit braucht, die ich dann halt nicht vor dem Laptop oder am Handy sitzen kann. Es scheint mir eh, dass es auch eigentlich schon so viel zu viel ist, was da „das Internet“ an Ressourcen wegfrisst.
Ein anderer Punkt ist halt auch das „Klima“, das ich in letzter Zeit nicht mehr so einladend finde und noch öfters auch mal erwähnt habe: Es wird für meinen Geschmack einfach zu viel Frust, Ärger und manchmal auch Hass über Dinge und Menschen geäussert – das #Fediverse droht in Gefahr zu sein, eine grosse (emotionale) Müllkippe zu werden. Natürlich gibts im Leben täglich Dinge, die einem auch ärgern und wo man sich auch Luft machen muss. Ich selber habe es auch öfters schon getan, aber ob das #Fediverse wirklich der richtige Ort ist? Was soll man denn da auf einen solchen Beitrag (noch) schreiben? Ich bin da zwar in ein paar wenigen „Bubbles“ ein bisschen dabei, wo auch positive Beiträge zu lesen oder auch tolle Bilder zu sehen sind, aber das wiegt das andere einfach öfters nicht mehr auf.
Vielleicht muss ich nach über 8 Jahren im #Fediverse jetzt mal ein grosses „Reset“ tätigen und unter einem anderen Usernamen meine Timeline ganz neu aufbauen und dann den vielleicht „richtigen“ Leuten folgen. Nein, da ist noch nichts entschieden, es sind nur einzelne Gedanken.
Mal sehen.
Föderationstest
Dann schauen wir doch gerade einmal, ob das Update des ActivityPub Plugins auf Version 1.0.0 etwas gebracht hat, die Kommunikation mit der Plattform #Pleroma zu verbessern. Das hakte bisher immer noch.